VIKTORIA KURNICKI
*1993 in Bochum

2015 Fachklasse von Prof. C. Nicolai an der HfBK Dresden
2014 Studium der Bildenden Künste an der HfBK Dresden
2013 Studium der Philosophie und Geschichte an der HHU Düsseldorf

 

Ausstellungen (Auswahl)

2018
Kunsthoch46 || Künstlerforum | Bonn
Mostra || Ex chiesa di San Carpoforo | Mailand, Italien

2017
MONITOR || CYNETART Festival | Festspielhaus Hellgrau | Dresden

2015
Klassenformat || Galerie der HfBK Dresden | Dresden

2014
The Different || Sold out Gallery | Bochum

2013
Man selbst ist immer da || Neuland (ehemaliges R15) | Bochum

2011
Von kleinen Frauen und großen Fräuleins || Hattingen

 

Publikationen

2016
MAPPING TWO CITIES. Dresden – Wroclaw || Ed. Teresa Ellinger, Marcin Forysiewicz, Sophia Hose, Miriam Schröder, Viktoria Kurnicki

 

Performances

2018
„Ropes“ at La Vila || Prag | Tschechische Republik | base concept by Diana Hanitzch
2017
Untitled Performance || CYNETART Festival | Dresden mit Deborah Geppert, Frieder Ackermann, Till Hunger

 

Masterclass

2018
Sculpture Masterclass bei Andrzej Wełmiński in der Summer Academy of Fine Arts and Media || Venedig | Italien

VIKTORIA KURNICKI

Ihre kreative Laufbahn begann die aus Bochum stammende Künstlerin mit dem Medium der Fotografie. Seit 2014 widmet sich Kurnicki im Rahmen ihres Studiums an der Akademie der Künste in Dresden zunehmend der Installation und Performance. Die Fotografie bildet weiterhin einen sich im Hintergrund abspielenden, jedoch festen Bestandteil ihrer künstlerischen Recherche. 

Während sich Kurnicki in ihren anfänglichen Arbeiten konkret mit dem Thema der sozialen Isolation des Individuums und dem Bezug zum eigenen Körper auseinandersetzte, beschäftigte sich die Künstlerin daran anknüpfend mit diversen zwischenmenschlichen Gefügen, Konflikten und Paradoxien innerhalb fester Gesellschaftsstrukturen. In ihrer letzten Installation „In Relation“ (2018), bestehend aus einem freischwebendem Metallgerüst und vier sorgsam daran aufgehängten Mänteln, hinterfragt sie das Thema des Gleich- und Ungleichgewichts zwischen verschiedenen menschlichen Einheiten, die nicht konkret benannt werden. 

Neben Metall und Textilien, setzt die Künstlerin in ihren Werken auch den eigenen Körper, natürliche Materialien wie eine Pflanze oder Licht sowie Glas ein. Jene Stoffe werden bearbeitet und miteinander vernetzt, konkrete Objekte werden in ihrem Urzustand belassen und in ihrer Anzahl auf ein Minimum reduziert. Gerade aufgrund der Schlichtheit der einzelnen Kompositionen, erzielen die Installationen Kurnickis eine sowohl optisch als auch atmosphärisch raumfüllende Wirkung. Komplexe Gefüge scheinen auf logische Weise in deren Kernstücke zerlegt und somit präzisiert zu werden. Die Künstlerin spricht bei jener Art der Dekonstruktion von einer mathematischen Vorgehensweise, die ihr ein emotional distanziertes Arbeiten ermögliche. 

Ihr artistisches Schaffen dient Kurnicki vor allem der Reflektion und Visualisierung von mitunter eigenen Erlebnissen und Erfahrungen, die weit in ihre Vergangenheit zurückreichen. Es sind aber auch aktuelle Zu- und Umstände, denen die Künstlerin in ihrem Werk Ausdruck verleiht. Mit ihrer Sensibilität für das Zwischenmenschliche vermag sie es, alltägliche Situationen zu erkennen und kritisch zu durchleuchten. So erzählt jede Arbeit Kurnickis eine Geschichte, die zur gleichen Zeit intim wie auch allgemeingültig erscheint: Es sind die immerwährenden Fragen um die eigene Identität und die Platzierung in der Welt, die die Künstlerin antreiben und dem Publikum gestellt werden. 

Kurnicki lebt und arbeitet in Dresden.

von Luise Von Nobbe – Kunsthistorikerin Mailand (IT)  

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