MARCO LEITERMANN
* 1987 in Pfaffenhofen/Ilm

seit 2016
Studium Fotografie, Ostkreuzschule für Fotografie, Berlin

2012-2015
Studium Kommunikationsdesign, btk Akademie, Berlin

 

Ausstellungen | Preise

2018
Let’s pretend this is important || Senatsaal der HfBK Dresden mit Marco Leitermann
Zukunftsvisionen – Festival für zeitgenössische Künste || Görlitz
2016
Shortlist – Fotobookfestival Kassel Dummy Award

Marco Leitermann

Marco Leitermanns Fotografien zeigen alles andere als zufällig porträtierte Personen. Es sind weibliche Personen, die ausschließlich aus seinem nahen Umfeld stammen. Ziemlich schnell wird einem bewusst, dass es ihm bei seinen Porträtfotos um mehr als bloße Darstellung geht. Sie vermitteln eine gewisse Stimmung, die nicht nur durch die Lichtsetzung hervorgerufen wird, sondern auch durch die Porträtierten selbst. Mit zielgerichtetem Blick fokussieren die Frauen den Betrachter. Es entsteht eine Verbindung zwischen Fotografie und Betrachter, die durch ihre Intensität jegliches Geschehen herum ausblendet. Marco Leitermann fängt hier einen Zwischenmoment ein, der nicht nur einen Augenblick des Innehaltens ausstrahlt, sondern auch Ruhe. Der Betrachter beginnt sich Gedanken zur Dargestellten zu machen und es entspinnt sich eine Beziehung zu ihr. Die Lichtstimmung ist eine Inszenierung seiner subjektiven Wahrnehmung der Dargestellten. Der Betrachter bekommt hierbei nur eine Ahnung davon, wie er ihre Persönlichkeit empfindet und lässt somit Raum für eigene Gefühle und Interpretationen.

Die zwischenmenschliche Beziehung steht bei Marco Leitermanns Fotografien im Vordergrund. Er sucht in seiner Umgebung interessante Lichtsituationen bei Nacht, wie blaue Neonröhren oder das gebrochene Licht einer Straßenlaterne in einem Spiegel und setzt zusätzlich ein gelbes Spotlight ein, um einen Fokus auf das Gesicht der Frauen zu legen. Dabei interessiert ihn besonders die Gestik, der Ausdruck des Gesichtes und die Körperhaltung, die in den Zwischenmomenten verschiedener Posen entsteht.

Bei seiner gemeinsamen Ausstellung mit Eric Beier: „Let`s pretend it`s important“ (03.05.2018-13.05.2018, Senatssaal, Hochschule für bildende Künste Dresden) stellt er seine Porträts, die für ihn immer kommunikativ sind, in Bezug zu Architekturbildern. Diese Häuserwände mit einzeln erleuchteten Fenstern, ebenfalls bei Nacht entstanden, stehen für das Alleinsein, im Kontrast zum aktiven und interaktiven Zusammensein mit Menschen in den Porträts. Eine Verbindung der unterschiedlichen Fotografien gelingt ihm in seiner Ausstellung erneut durch die Lichtstimmung. Somit spiegelt sich diese Atmosphäre beim Porträt in der entsprechenden Häuserwand wieder. Dabei löst sich Marco Leitermann von der klassischen Wandhängung und geht mit seinen Arbeiten in den Raum hinein. 29 Bilder werden auf vier Fotorollen von zwei aufhängenden Konstruktionen präsentiert, wobei das letzte Stück der Papierrolle waagrecht auf dem Boden liegt. Die Bildergruppen (Porträt und Architektur) sollen kleine Geschichten erzählen. Dabei wird der Betrachter aufgefordert, näher zu kommen, um vor allem die am Boden platzierten Fotografien im Detail betrachten zu können. Der Fotograf liefert uns hier durch diese Art der Präsentation einen Einblick in seine Gefühlswelt.

Marco Leitermann geht es in seinen Fotografien vorrangig darum, dem Betrachter seine persönlichen Empfindungen und Perspektiven mittels der Lichtsituation zu zeigen.

von Laura Gerstmann

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